Aufklärung statt Panik

Post von einer Anwaltskanzlei bekommen? Erst lesen, dann handeln.

Massenabmahnungen wegen Google Fonts, Cookie-Bannern oder angeblicher Bagatell-Verstöße haben in den letzten Jahren tausende Website-Betreiber getroffen — viele davon zu Unrecht. Wir erklären sachlich, wie diese Schreiben funktionieren, was Gerichte dazu sagen, und was Sie jetzt wirklich tun sollten.

Typische Warnsignale einer unseriösen Massenabmahnung

Ratgeber

Die häufigsten Situationen

Jede Situation hat ihr eigenes Muster — und eine jeweils andere richtige Reaktion.

Massenabmahnung

Google-Fonts-Abmahnung erhalten

Mehrere Gerichte stufen diese Abmahnwelle als rechtsmissbräuchlich ein. Was das für Ihr Schreiben bedeutet.

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DSGVO

Abmahnung wegen Cookie-Banner

Welche Cookie-Vorgaben wirklich gelten, und wie Sie eine Forderung sachlich einordnen.

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Erste Hilfe

Abmahnung erhalten — die ersten 5 Schritte

Ruhig bleiben, prüfen, nicht vorschnell unterschreiben. Eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung.

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Erste Hilfe

Fünf Schritte, wenn das Schreiben in Ihrem Postfach liegt

Ruhig bleiben, nicht sofort zahlen

Der psychologische Druck der Fristsetzung ist Teil des Geschäftsmodells. Eine Zahlung binnen 24 Stunden ist so gut wie nie zwingend erforderlich.

Absender und Muster prüfen

Handelt es sich um eine Kanzlei, die auffällig viele wortgleiche Schreiben verschickt? Das ist ein starkes Indiz für Rechtsmissbrauch nach § 8c UWG.

Nichts unterschreiben ohne Prüfung

Eine Unterlassungserklärung kann Sie über Jahre binden. Unterschreiben Sie nichts, bevor eine fachkundige Person das Schreiben gesehen hat.

Technischen Missstand beheben, falls vorhanden

Unabhängig vom Schreiben selbst: Wenn tatsächlich z. B. Google Fonts extern geladen werden, lohnt sich eine lokale Einbindung ohnehin.

Fachkundigen Rat einholen

Gerade bei echten Unterlassungsansprüchen oder wiederholten Schreiben lohnt sich eine kurze anwaltliche Einschätzung — oft günstiger, als man denkt.

Strukturelle Vorsorge

Vernunft-Schutz für Website-Betreiber

Bagatell-Massenabmahnungen kalkulieren damit, dass die Kosten einer Rechtsverfolgung für den Abmahner niedrig, für Sie als Betroffene aber unangenehm hoch wirken. Eine saubere gesellschaftsrechtliche Struktur ändert diese Kalkulation — nicht als Versteck für unlauteres Verhalten, sondern als vernünftige Vorsorge für ehrliche Website-Betreiber, die schlicht keine Lust haben, sich wegen einer Bagatelle erpressen zu lassen.

Was das bedeutet

Statt Ihres privaten Namens und Ihrer Privatadresse im Impressum steht eine eigene Gesellschaft als Betreiberin Ihrer Website. Der wirtschaftliche Aufwand, eine Bagatell-Forderung international durchzusetzen, steht für die meisten Massen-Abmahner in keinem Verhältnis zum möglichen Ertrag.

Für wen das nichts ist

Dieses Angebot richtet sich nicht an Unternehmen, die selbst systematisch unlauteren Wettbewerb betreiben oder mit Strohmann-Konstruktionen echte Ansprüche Dritter unterlaufen wollen. Dafür sind wir nicht die richtige Adresse.

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Hinweis: Dies ist keine Garantie und keine Rechtsberatung. Eine ausländische Gesellschaftsstruktur verhindert keine berechtigten Ansprüche und erschwert lediglich unwirtschaftliche Massenverfahren. Bei echten, begründeten Ansprüchen bleibt eine gerichtliche Durchsetzung — auch international — möglich.

Häufige Fragen

FAQ

Muss ich eine Google-Fonts-Abmahnung sofort bezahlen?

Nein. Mehrere deutsche Gerichte (u. a. LG München I, LG Baden-Baden, AG Ludwigsburg) haben massenhaft versendete Google-Fonts-Abmahnungen als rechtsmissbräuchlich eingestuft. Zahlen Sie nicht vorschnell, sondern prüfen Sie Absender, Forderung und Muster des Schreibens.

Was ist eine rechtsmissbräuchliche Abmahnung?

Nach § 8c UWG wird Rechtsmissbrauch im Zweifel angenommen, wenn die Geltendmachung vorwiegend dazu dient, Kostenerstattungs- oder Vertragsstrafenansprüche entstehen zu lassen, statt einen tatsächlichen Verstoß zu unterbinden.

Was tue ich bei einer Erpresser-Mail (Sextortion)?

Nicht zahlen, nicht antworten, die E-Mail als Beweismittel sichern und bei der Polizei anzeigen. Diese Massen-E-Mails werden automatisiert an sehr viele Adressen verschickt und beruhen in der überwältigenden Mehrheit der Fälle auf keinem echten Datenzugriff.